Kritische Kunstgeschichte Verlagskonzept Zusammenarbeit von Autor und Verlag Marstempelthese
Marstempelthese
Übersicht/Stimmen Inhaltsverzeichnis Dante Boccaccio Marstempel-Legenden Bruni Polizian Machiavelli - Davidsohn
Vasari I Vasari II del Migliore Lumachi del Rosso Kunst und Alterthum Baugeschichte Zusammenfassung
externer Link - Literaturwelt
nächste Seite

Gerhard Straehle

Die Marstempelthese
- Dante, Villani, Boccaccio, Vasari, Borghini
Die Geschichte vom Ursprung der Florentiner Taufkirche
in der Literatur des 13. bis 20. Jahrhunderts

Die erste Seite zur ‘Marstempelthese’ bringt eine knappe Übersicht über die wichtigsten Resultate der Untersuchung.
Sie präsentiert ferner Stimmen und Reaktionen zur Veröffentlichung des Buches

Die aktuelle Kritik der 'Marstempelthese'
in
Kunstform 7/8 2002

Die "Marstempelthese" ist ein Handbuch zur Geschichte des Florentiner Baptisteriums (Dantes ‚bel San Giovanni’) in der Literatur des 13. bis 19. und - unter besonderer Berücksichtigung der Baugeschichte - auch des 20. Jahrhunderts.

- Sie kommentiert eine Fülle seltener und nur in Ausgaben des 16. bis 19. Jahrhunderts greifbarer Quellen, die durchweg im Original und z.T. auch in Übersetzung zitiert werden.

Die "Marstempelthese" zeigt, wie der Chronist Giovanni Villani im frühen 14. Jahrhundert die Marstempelthese erfunden hat.

- Das Buch gibt zum ersten Mal einen Überblick über die frühen Dante-Kommentare und widerlegt die von fast allen modernen Forschern vertretene Meinung, bereits Dante habe das Baptisterium für einen ehemaligen Marstempel gehalten (Marstempel-Dante-Legende).

- Der Autor stellt dar, auf welche Weise Boccaccio, der erste öffentliche Dante-Interpret, die Marstempel-Dante-Legende begründet hat und wie alle späteren Dante-Kommentatoren ihm in dieser irrigen Auffassung gefolgt sind.

Die "Marstempelthese" untersucht die Benutzung antiker Quellen (Cicero, Sallust) durch Leonardo Bruni und den Redner des ‚Paradiso’ und zeigt, was es tatsächlich mit der ‘neuen kritischen Methode’ humanistischer Geschichtsschreibung (Rubinstein und Baron) auf sich hat.

- Das Buch weist nach, dass die ’Erledigung’ der etruskischen Entstehungsthese von Florenz durch Robert Davidsohn (und fast die gesamte moderne Forschung) auf der nachweislich falschen Interpretation einer antiken Quelle beruht.

- Das Buch setzt sich ausführlich mit entgegenstehenden Forschungsmeinungen auseinander, vor allem mit Davidsohn, Baron, Rubinstein, Wazbinski und Rocchi, und widerlegt einige Hauptthesen dieser Forscher.

Die “Marstempelthese” untersucht sämtliche Aussagen Vasaris zum Florentiner Baptisterium und zeigt, dass Vasaris Aussagen zum antiken Marstempel nur ein Lippenbekenntnis darstellen. Tatsächlich kann Vasari cum grano salis als der erste moderne Gelehrte bezeichnet werden, welcher das Baptisterium als einen mittelalterlichen Bau auffasste.

- Das Buch analysiert Vasaris für Herzog Cosimo I gemaltes Gründungsbild im Palazzo Vecchio und zeigt, wie sich im Anachronismus des Bildes zwei divergierende Traditionen der Florentiner Gründungsideologie widerspiegeln (Villani und Polizian), welche auch die beiden einander widersprechenden Inschriften am Bildrahmen erklären.

Die “Marstempelthese” vergleicht Vasaris Marstempel-Rekonstruktion im Gründungsbild des Florentiner Stadtpalastes mit anderen Bildern des Malers und zeigt die Quellen dieser Bilder auf.

- Das Buch stellt minutiös dar, an welchen Stellen Vasari vom Bericht des Chronisten Villani abweicht, um seine eigene Marstempelrekonstruktion pseudohistorisch abzusichern.

- Das Buch zeigt anhand umfangreicher Quellenzitate die Geschichtsfälschungen des Priors Borghini, des Freundes Vasaris und Beraters Cosimos I., auf.

- Es analysiert eingehend die Unterschiede und Gegensätze der Marstempel-Rekonstruktionen Vasaris und Borghinis und legt dar, wie sich nicht Vasaris Rekonstruktion  im Gründungsbild, sondern die Rekonstruktion Borghinis in dessen Discorsi in der nachfolgenden Literatur durchgesetzt hat und warum Borghinis Discorsi erst posthum erschienen sind.

Die “Marstempelthese” gibt einen Überblick zu den Forschungen des 17., 18. und 19. Jhs. (1.Hälfte) und stellt die Arbeiten von Bocchi-Cinelli, Del Migliore, Nelli, Paciaudi, Richa, Lami, Lastri, Lumachi, Cianfogni, Fantozzi, Prezzolini, Del Rosso, Goethes Kunst und Alterthum, Rumohr und Kugler anhand von Quellenzitaten vor.
Das Buch liefert schließlich eine Baugeschichte des Florentiner Baptisteriums in Auseinandersetzung mit der modernen Forschung und referiert die Ergebnisse zur Rekonstruktion einer Vorgängerkirche.

-   50 Abbildungen, ein umfangreiches Register und ein ausführliches Quellen- und Literaturverzeichnis (35 Seiten) unterstreichen den wissenschaftlichen Gehalt dieser gründlichen Studie, die man bereits als „Florentiner Mikrokosmos der Geistesgeschichte“ apostrophiert hat.

Stimmen zur
‘Marstempelthese’:

 

“Ausführlich wird die Verarbeitung der Marstempelthese bis in die Moderne hinein entwickelt, wobei für den Bereich der Frühen Neuzeit insbesondere die Kapitel über Patriotismus und Humanismus des 15. Jahrhunderts, über Florentiner Gründungsgeschichte im Florenz Cosimos I., über die Rezeptionsgeschichte im 17. und die Erledigung der Marstempelthese durch Bauuntersuchung und Quellenforschung im 18. Jahrhundert von Interesse sind. Das Buch bietet eine ausführliche und sorgfältige Diskussion der jeweiligen Versionen.”

“In den Wandlungen der Marstempelthese hat der Autor einen Florentiner Mikrokosmos der Geistesgeschichte ausgebreitet, in dem sich ein Konflikt zwischen der in Anspruch genommenen wissenschaftlichen Wahrheit und den konträren Forderungen des politischen Selbstverständnisses exemplarisch abzeichnet.”
(Ulrich Fürst, Privatdozent und Mitherausgeber des Rezensionsorgans ‘Kunstform’, München

 

“Ihre Auswertung der Dante- Kommentare überzeugt.”
(Wolfger Bulst, Redakteur der Florentiner Mitteilungen)

 

“Soweit ich dies nach einem ersten, flüchtigen Durchblättern der Arbeit sehen  kann, übertrifft Ihre Untersuchung an Forschungsleistung bei weitem  vergleichbare Arbeiten.”
(Julian Kliemann, Redakteur der Römischen Jahrbücher der Biblioteca Hertziana)

 

"Die Arbeit geht insbesondere der Marstempellegende, aber auch der Dantelegende nach. Dahinter steckt zunächst eine immense Sucharbeit im Aufspüren von Quellenschriften und zugleich eine entsprechende Verarbeitung von Texten in lateinischer und italienischer Sprache. Die Hauptleistung aber liegt dann in der Darstellung. Diese ist schlichtweg brillant und läßt eine souveräne wissenschaftliche Kritikfähigkeit erkennen."
(Bernhard Schütz, Professor für Kunstgeschichte an der Universität München)

 

"Obwohl ich keine Spezialistin für dieses Thema bin, habe ich mich über Ihre Arbeit sehr gefreut und mich auch gleich darin festgelesen."
(Renate Prochno, Professorin für Kunstgeschichte an der Universität Salzburg)

nächste Seite
Übersicht/Stimmen Inhaltsverzeichnis Dante Boccaccio Marstempel-Legenden Bruni Polizian Machiavelli - Davidsohn
Vasari I Vasari II del Migliore Lumachi del Rosso Kunst und Alterthum Baugeschichte Zusammenfassung
Marstempelthese
Kritische Kunstgeschichte Verlagskonzept Zusammenarbeit von Autor und Verlag Marstempelthese